Da der Schönbuchlauf letztes Jahr so klasse war stand er dieses Jahr wieder bei mir auf dem Programm.
Bis zum Start wusste ich nicht, was ich heute wollte. Gestern noch haben wir Marathontempo trainiert, so stand schon mal fest, dass ich meine Zeit (1:51:xx) vom letzten Jahr nicht angreifen werde.
Auf der Hinfahrt wechselten sich Sonne und Nebel ab, ein herrlicher warmer Herbsttag sollte es werden. Etliche Lauftreffler waren am Start, ich hatte die Wahl, wo ich mich einklinke. Günter wollte unter 1:50 versuchen, nix für mich. Uli W. hatte ein ausgeklügeltes Pacearmband für 1:58, durchaus interessant. Uli S. mit einem nicht weniger ausgeklügelten Pacearmband für 2:03, auch interessant. Sigi, keine Ahnung was sie läuft, dennoch interessant. Auch noch ne Variante, 10 km einlaufen und danach mit unserem langsamen Grüppchen 2:30 laufen, als letzter langer Lauf für Frankfurt.
Soweit die Möglichkeiten. Am Start stand ich dann mit den beiden Ulis. Wir liefen 1 km zusammen, dann setzte ich mich mit Uli W. nach vorne ab. 5 km lang blieb ich bei ihm, das Pacearmband war natürlich der Witz, er hielt sich nicht dran. Das Tempo war flott, es ging ja erstmal 11 km bergab, so beschloss ich, es mit angezogener Handbremse rollen zu lassen und weg war er, der Uli.
Bei km 9 sah ich ein Stück vor mir Gudrun, diese W55-Topläuferin, bis km 11 hatte ich sie eingeholt. Ich hab mir geschworen, sie diesmal am Berg nicht zu überholen, sie erzählte, dass sie vor ner Woche den München-Marathon gelaufen ist (in 3:16) und dass sie heute langsamer läuft, ich solle Gas geben. Nix da. Es funktionierte, ich blieb knapp hinter ihr. Irgendwann war Günter in Sichtweite, da dachte ich, 1:49, hmmmm, das wird wohl leider nix. Ganz langsam kam ich näher. Bei km 19 meinte Gudrun nochmal, jetzt kannst Du Vollgas geben, jetzt passiert nichts mehr, hab sie dann überholt und das Tempo stark angezogen. Durchgangszeit bei km 20 war 1:30:xx, da fing ich an zu rechnen, okay, wenns überirdisch läuft sind sogar bei mir noch 1:49:xx drin.
Es lief verdammt gut aber halt nicht überirdisch, es reichte natürlich nicht, hab aber mit ca. 200 Meter Abstand Günter die Daumen gedrückt, er hats geschafft. Bei mir kamen 1:50:45 raus und ich kam richtig happy und in aussergewöhnlich gutem Zustand im Ziel an.
Wieder mal ein gutes Beispiel, wie mit gemächlichem Start am Ende doch eine klasse Zeit rauskommt, das Ganze noch mit unheimlich viel Spass, am Ende aufdrehen ist einfach geil
Ein gelungener Test für Frankfurt, da gelungene Generalproben ja so eine Sache sind bin ich froh, kommenden Sonntag noch einen 10er in den Sand setzen zu können
Gruss Holle