Sechs Tage früher als ursprünglich geplant fand heute mein Triathlondebüt statt. Um fünf Uhr stand ich auf, um sechs Uhr holte mich Martin wie verabredet ab. Laut Map24 sollten wir für die 208 km nach Rathenow (Nordbrandenburg) fast drei Stunden brauchen. Wir kamen zügig durch und obwohl es zwanzig Kilometer mehr waren, hatten wir noch zwei Stunden Zeit bis zum Start um 10:30 Uhr. Bei der Ausgabe der Startunterlagen sparte ich fünf Euro, da man seit diesem Jahr für die Sprintdistanz anscheinend keine Lizenz brauchte. Nachdem wir uns den Start- und Wechselbereich ein wenig angeschaut hatten, ging es zurück zum Auto. Bis zum Samstag muss ich mein Rad noch kräftig putzen und am besten die Kette gleich auswechseln, alles voller Schmiere. Zum Glück hatte Martin etwas Gutes zum Reinigen der Hände dabei. Eine Stunde vor dem Start eingecheckt, die Sachen hergerichtet und gewartet.
Pünktlich ging es los. Da das Schwimmen meine schwächste Disziplin war, hatte ich mich vorsorglich außen einsortiert, auch wenn der Weg dadurch ein klein wenig länger war als 750 m. Auf dem Viereckskurs kam ich gut weg und hatte relativ wenig „Feindberührung“. Ich überholte sogar eine Handvoll Leute, wurde allerdings noch häufiger selbst überholt. Schließlich verfiel ich doch noch in meinen ruhigeren Rhythmus. Egal. Nach etwa zwei Drittel der Strecke zogen die ersten Olympioniken an mir vorbei, die fünf Minuten nach uns 71 Sprintern gestartet waren. Das war aber zu erwarten. Die Olympioniken müssen bei allen drei Disziplinen zwei Runden ran, wo es für uns nur eine ist.
Die Schwimmstrecke nahm kein Ende. Zum Glück fiel die Orientierung leicht: einfach den anderen gelben Badekappen hinterher. Endlich der Ausstieg. Nun hieß es rund 200-250 m zum Rad zu laufen. Der Untergrund war sandig, mit einigen Wurzeln, Kienäpfeln und vor allem Tausende Ameisen. Einfach durch und noch 1-2 Mann überholt. Am Eingang der Wechselzone die erste Zeitnahme: 18:40 min (erst später im Ziel erfahren). Auch wenn ich meine Schwimmleistung im Vorfeld überhaupt nicht einschätzen konnte, im Rahmen der Erwartung. Nach dem Schwimmen auf Platz 54 von 71.
Der Wechsel, die vierte Disziplin, verlief langsamer als gedacht. Dabei hatte ich alles vorbereitet. Den an den feuchten Füßen klebenden Dreck nahm ich mit in die Socken. Diese brauchte ich, weil die Radschuhe sonst zu groß sind und rutschen. Das Anziehen dieser dauerte ewig. Ich habe MTB-Schuhe, die sowohl eine Schnürung als auch darüber einen Klettverschluss haben. Definitiv nicht für den Triathlonsport gemacht. Bis ich die Schuhe und das restliche Zeugs (Helm, Startnummer, Brille) endlich anhatte, vergingen bestimmt drei Minuten. Mit dem Rad raus aus der Wechselzone und bis zum Start vielleicht 250 m geschoben. Dabei noch weitere zwei Mann aufgesammelt. Auf geht’s.
Nun endlich eine Disziplin, die mir mehr liegt als das Schwimmen (und der Wechsel). Blick auf das Tacho: Verdammt, das Vorderrad falsch herum eingebaut und somit keine Anzeige. Die ersten fünf Kilometer sind die Hölle: die Beine unendlich schwer. Trotzdem die ersten Überholungen. Lutschen tut wirklich niemand. Auf dem welligen Profil ohne wirkliche Ebenen achte ich darauf, nicht allzu dicke Gänge zu treten. Die Strecke ist gut asphaltiert und durchgängig von einem märkischen Kiefernwald gesäumt.
Nach dem ersten Viertel geht es plötzlich leichter. Der erste Radler kommt mir entgegen, bald gefolgt von Martin. Ich sammle weiter fleißig Hobbyradler auf. Endlich der Wendepunkt. Es sind nun nur noch wenige Radler in Reichweite. Bei km 14 habe ich mich mühsam nach zwei Kilometern an einen herangearbeitet. Ganz schön fix mit seinem Mountainbike unterwegs. Ich ziehe zügig vorbei, ein paar Hundert Meter später er wieder an mir. Nanu? Gelutscht hat er aber nicht. Wir fahren seitlich versetzt, denn ich komme nicht wirklich vorbei, hänge links einen Meter hinter ihm. Verdammt. Jetzt kommen schon die ersten Olympioniken vorbeigerast. Wow. An einem Anstieg bei km 18 komme ich endlich weg. Nun geht es bergab durch das Dorf zum nächsten Wendepunkt. Kopf runter und drei weitere Leute überholt. Vom Wendepunkt sind es noch 500 m bergauf, kein Problem. Geschafft.
Das Rad in die Wechselzone, alle Sachen wegschmeißen und Schuhe wechseln. Noch nicht perfekt, aber schon besser als der erste Wechsel. Einen Schluck Wasser und los geht’s. Am Ausgang der Zone die zweite Zeitnahme: 39:08 min. 28. in der Radzeit. Ziehe ich die beiden Wechsel ab, mit 35 min für wellige 20 km nicht allzu schlecht: über 34er Schnitt. Und vor allem 14 Plätze auf nun 40 gutgemacht. Niemand der langsamen Schwimmer hat mich überholt.
Jetzt endlich meine Paradedisziplin, das Laufen. Die Beine fühlen sich sehr schwer an, also bloß nicht überpacen. Schnell überhole ich die ersten Trias. Bei km 1 kommt mir schon Martin entgegen, ungefährdet an zweiter Position. Ich habe noch viele Ziele vor mir und sauge mich nach und nach heran und dann vorbei. Vor dem Wechselpunkt kommen mir 4-5 Frauen entgegen, die kriege ich noch. Endlich der letzte Kilometer. In einiger Entfernung noch drei Männer. Ob ich da noch rankomme? Ja, aber nicht mehr vorbei. Nach 19:24 min habe ich es geschafft, meinen ersten Triathlon über die Sprintdistanz

Viertbeste Laufzeit, nur die drei Gesamtersten waren schneller.
Martin wartete im Zielbereich auf mich. Nach ein paar Minuten gingen wir kurz in den See und hofften anschließend auf eine zeitige Siegerehrung. Aber zunächst die Ausrüstung ins Auto und ein wenig leckeren Kuchen zur Stärkung. Ich schaue mir mein Ergebnis an: 1:17:12 h und Gesamt-22. (von 71). Die Zeit ist im Rahmen meiner Erwartung, die Platzierung überraschend gut. Als krönenden Abschluss gibt es bei meinem ersten Tria sogar den dritten AK-Platz. In Waren wird das Feld stärker sein und ich hoffentlich im mittleren Drittel landen. Ob ich die Zeit verbessern kann? Wir werden sehen!
Fazit: Ein gelungenes Debüt bei einem wirklich reizvollen Triathlon
P.S. In der aktuellen
Ergebnisliste ist der Erste nicht mehr enthalten. Disqualifiziert?

Martin rückt somit auf den ersten Platz vor, ich auf den 21.