Heute aus der Reihe "Bohemiers touristische Lauferlebnisse": Ein Sonntagslauf im Lorenzer Forst.
Endlich mal wieder ein Sonntag, an dem ich nicht an irgendwelchen lästigen Offsite-Meetings der Firma teilnehmen mußte, und der ganz alleine mir gehörte. Das Wetter passte auch – was macht man an solch einem Sonntag also? Man geht natürlich laufen.
Mein heutiges Ziel: Der Lorenzer Forst bei Nürnberg.
Markantester Punkt in diesem Waldgebiet ist der Nürnberger Tiergarten, 1939 dort als Landschaftszoo in einem ehemaligen Steinbruchgebiet erbaut. Er gehört mit knapp 70 ha Fläche zu den größten Landschaftszoos Europas und beherbergt an die 280 Arten. Zu seinen Attraktionen gehören der Aqua Park mit Eisbären, Seelöwen, Pinguinen u.a., die Gorillaanlage und das – unter Tierschutzaspekten allerdings höchst bedenkliche – Delfinarium.
Jährliche Besucherzahlen jenseits der Millionengrenze zeugen vom Erfolg und der großen Akzeptanz dieser wunderschönen Zooanlage.
Im Tiergarten selbst bin ich natürlich heute nicht gelaufen, sondern im Wald südöstlich davon, zwischen Nürnberg-Zerzabelshof und Fischbach. „Natürlich nicht“, weil bei einem Kaiserwetter wie heute – 22 Grad, blauer Himmel - natürlich ein guter Teil des erwähnten Millionenpublikums seinen Weg in den Tiergarten finden würde, und das ist zum Laufen natürlich nicht sonderlich prickelnd. Die Wälder um den Tiergarten herum sind nicht minder reizvoll, werden allerdings von Otto Normalzoobesucher nicht frequentiert, sind ergo ideal zum Laufen.
Nach dem Motto „früher Vogel fängt den Wurm“ beschloß ich, angesichts der zu erwartenden Besucherzahlen ausnahmsweise mal etwas früher aufzustehen. Ein kräftigendes Frühstück (Brioche, frisch aus Frankreich, und ein Caramel Macchiato), und los gings.
Nach kurzer Fahrtzeit kam ich gegen zehn Uhr am Tiergarten an und was soll ich sagen? Das Gros des erwähnten Millionenpublikums schien beschlossen zu haben, just um diese Zeit auf einmal im Tiergarten einzufallen! Die Parkplatzsuche wurde dadurch spannender als sowieso befürchtet, und als der Wagen dann endlich stand, dachte ich bei mir: Da hättest Du fast von Erlangen aus zu Fuß gehen können … aber ich war da.
Vom Besucherstrom wurde ich zunächst zum Haupteingang getragen, danach wurde es dann auffallend leerer (welche Erleichterung, endlich wieder selbst über seinen Weg entscheiden zu können …). An der Ecke Bingstraße / Am Tiergarten angekommen, lief ich kurz nach halb elf schließlich los, insgesamt drei Runden.
Die erste war eine relativ kleine von ungefähr einem Kilometer, die mich schnell wieder zum Startpunkt zurückbrachte.
Im Anschluß ging es dann am südlichen Rand des Tiergartens vorbei zum Zerzabelshofer Forst, sanft ansteigend durch den schattigen Wald. Nach zweieinhalb Kilometern bog ich rechts ab, weiter gings über die Wildmeisterbrücke parallel zum Hutgraben, den ich nach ca. 4 km überquerte. Am Schlüsselstein war der Wendepunkt der zweiten Runde; zunächst nach Süden laufend, ging es zur Wildmeisterbrücke zurück (6,8 km), dort dann nach links zur Trudenfichtenbrücke (7,4 km) und weiter bis zum Ulmenweg (9,3 km). Bis zum Schlüsselstein war der Weg sanft, aber spürbar angestiegen; umso erholsamer war der Umstand, dass es ab dort nur noch bergab ging.
Nach insgesamt 10 km für Runde 2 war ich wieder am Start und lief die gleiche Runde noch mal.
Insgesamt wurden es 21,1 km, und was für eine Strecke! Idyllischer geht’s eigentlich kaum, um mich herum nur grüne Natur, ein nicht zu strammes Höhenprofil, Schatten auf fast der gesamten Strecke, was will das Läuferherz mehr. Wer die Route nachlaufen will – Plan anbei.
Na ja … der Vollständigkeit halber sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich unterwegs auch noch in den Genuß einer regelmäßigen Beköstigung mit Wasser, isotonischen Sportgetränken und Bananen kam … und ganz alleine war ich auch nicht. Leider musste ich mir die Strecke mit einigen hundert anderen Läufern teilen, und eine merkwürdige Nummer musste ich auch auf der Brust tragen … Und dann diese Hetze! Nicht mal in Ruhe die Strecke genießen konnte man … Und endlich im Ziel angekommen, gabs dann die Finisher-Shirts auch bloß noch in Größe S und XS …
Also irgendwann lauf ich das Ding mal alleine und nicht im Rahmen des FinishLine-Herbstlaufs, dann gibt’s auch ein paar Fotos!
Viele Grüße
Bernd
PS: Extragrüße an meine „Frankenclique“ (Rennmaus, Claus, GastRoland, Jeffrey), die natürlich auch mit von der Partie waren!