Am Sonntag war der traditionelle Silvesterlauf, na ja wohl treffender Neujahrslauf, in Rostock. Dieses Mal sollte ich mal wieder auf der langen Distanz über 20 km starten, mein längster Lauf überhaupt seit dem Berlin Marathon. Am frühen Morgen gab es noch starken Regen mit heftigen Sturmböen. Da überlegten es sich wohl einige und ließen den Lauf sausen. Zumindest der Regen hörte bis zum Start auf.
Vom widrigen Wetter hatten sich anscheinend auch fast alle meiner Vereinskameraden abschrecken lassen. So war die Konkurrenz wenigstens nicht so groß

und die Triathleten dominierten die verschiedenen Distanzen. Ich beschloss, mit einem der zahlreich vertretenen Triathleten relativ locker zu laufen. Nun ja, es wurde dann doch etwas schneller

Wie alle Läufer hatten wir extrem mit dem starken Wind zu kämpfen. Hinzu kamen die zahlreichen kleinen, aber zum Teil steilen Steigungen zwischen km 4 und 16.
Wir befanden uns zunächst an 10.-12. Stelle, doch die meisten Läufer vor uns machten an der Wende für die 7 km bzw. 11 km kehrt und plötzlich waren wir auf dem 4. Platz. Darum entschloss ich mich nach ca. 7 km, das Tempo ein wenig zu forcieren und zu versuchen, mindestens einen Platz nach vorn zu kommen. Mein Laufpartner wollte nicht folgen. Der Abstand zu meinem Vordermann betrug mindestens 500 m. Nach wenigen Kilometern hatte ich mich bis auf vielleicht 300 m rangekämpft. Doch dann wurde der Abstand wieder größer, weil mein Vordermann nun seinerseits beschleunigte. Bei etwa km 12/13 überholte ich unerwartet einen der beiden führenden Läufer, der anscheinend mit starken Seitenstichen zu kämpfen hatte. So war ich plötzlich auf dem 3. Platz und wollte diesen um keinen Preis mehr hergeben. Also kämpfte ich mich weiter durch, auch wenn sich in den Beinen schon die extrem harte Trainingswoche (Di-Do von 7:30 bis 13 Uhr Training) und der ungewohnt lange Lauf bemerkbar machten.
Letztendlich konnte ich meinen 3. Platz mit großem Vorsprung in knapp unter 1:20 h ins Ziel retten, bei dem Streckenprofil, dem (Gegen)Wind und meinem relativ schlechten Trainingszustand eine ausgezeichnete Zeit. Mein Vordermann war jedoch unerreichbar mit ca. 1,5 Minuten Vorsprung und der Sieger auf der langen Distanz brauchte sogar nur 1:12:xx h. So kam ich also ein wenig unerwartet zu meiner ersten Gesamtplatzierung und einem guten Einstieg in das Laufjahr 2005