Letztes Wochenende war ich wie letztes Jahr zusammen mit Sigi beim Coburger Run&Bike Marathon am Start.
Über 42,2 km bilden 2 Läufer ein Team, einer läuft, der andere radelt. Man kann sich abwechseln wie man möchte, das Rad muss beim Wechsel direkt übergeben werden.
Letztes Jahr waren wir beide gut in Form und brachten die Geschichte in 3:13:xx hinter uns, entspricht in etwa der Summe unserer zu diesem Zeitpunkt möglichen Halbmarathonzeiten. Abgewechselt hatten wir uns alle 4 bis 6 Minuten, die ganz Schnellen wechseln alle ca. 2 Minuten und laufen bisschen schneller als 10er-Renntempo.
Dieses Jahr war mein Trainingszustand sehr bescheiden, Sigi hatte Probleme mit den Adduktoren, so war klar, dass wir die Sache diesmal sehr entspannt angehen lassen, für mich sollte es ein Test sein, wie schlecht mein Trainingszustand tatsächlich ist.
Anfangs liess ich Sigi ca. 6 Minuten laufen, selber lief ich ca. 10 Minuten, nach ein paar Wechseln wollte auch Sigi länger laufen, sie meinte, sie hätte jedes Mal beim loslaufen Schmerzen, die nach 2 Minuten erträglich seien. Hab ihr ein paar mal angeboten, den Lauf abzubrechen, keine Chance, der Lauf ist bezahlt also ziehen wir den durch, die alte Schwäbin
Auf der Strecke gibt es zwei längere giftige Berge, da Sigi sehr gut Berge hochläuft und ich mich auf dem Rad am Berg leicht tue haben wir es so eingerichtet, dass sie die Berge lief. An dem zweiten langen Berg liessen wir etliche Teams, die die ganze Zeit um uns rum waren hinter uns, danach waren viele neue Gesichter um uns rum. Letztes Jahr haben wir auch nach diesem Berg nur noch überholt, wir wurden immer schneller. Apropos Berg, die Marathonstrecke ist nicht nur landschaftlich schön, sie ist auch wunderbar "wellig" und es sammeln sich ca. 700 Höhenmeter an. Wir waren nun bei km 28, ich hab schon mal die Jungs und Mädels um uns rum beobachtet und gedacht, jawoll, die werden alle schwächeln, das wird wieder richtig lustig.
Klare Fehleinschätzung, wenn da jemand schwächelte dann war ich das. Hab mir recht schnell abgeschminkt, auch nur eins der auserwählten Teams noch abzuhängen, auf den letzten Kilometern waren sie alle weg. Nach vorne, war aber nicht schlimm, tat gar nicht weh

Von hinten kamen auch nur noch 1 oder 2 Teams, wir haben unsere letzten Kilometer einfach nur noch gemütlich zu Ende gebracht und waren kein bisschen traurig, nein, wir waren froh, so einen schönen langen Lauf erlebt zu haben. Mit 3:30:04 waren wir auch nicht gerade superschlecht unterwegs, mehr war halt nicht drin, ich hatte durchaus mit einer langsameren Zeit gerechnet.
Nach dem Lauf wurde in der kleinen Halle im Zielbereich noch lang in die Nacht hinein gefeiert, mit 150 Teams und supernetten Organisatoren und Helfern war das wieder eine wunderschöne schnuckelige familiäre Veranstaltung.