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Alt 28.04.2008, 14:27   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #1
miatara
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Benutzerbild von miatara
 
Registriert seit: 07.10.2004
Beiträge: 511
Standard Kurzbericht zum Würzburg Marathon

Im Rahmen meiner Biel-Vorbereitung ist auch ein Marathon als Wettkampf vorgesehen. Zwar flott, aber trotzdem mit angezogener Handbremse, danach die Wochen soll ja locker flockig weiter trainiert werden.

Bereits im Vorfeld bot sich Würzburg an. Wir kennen diese schöne Stadt ganz gut, es gab als Premiere bei der 8. Auflage erstmalig einen Einrundenkurs, der Termin passte, Würzburg ist nicht so weit zu fahren und unser Hotel lag nicht nur schlappe 50m vom Start-/Zielbereich entfernt, es bot auch einen Late-Checkout, man konnte also nach dem Lauf in Ruhe Duschen etc.

Soweit also alles perfekt. Die Vorbereitungen liefen fast schon beängstigend gut und ich war in Topform. Eine Gefahr bestand lediglich in der Versuchung, meine bisherige PB (3:44:50) mal eben en passant verbessern zu wollen und dadurch dann doch zu überziehen. Diese Gefahr verringerte sich deutlich, als die Wetterprognosen für den Sonntag sonnige 23°C versprachen, das ist ja nun so garnicht mein Wetter.

Nachdem ich also am Sonntag morgen gegen 9:40 Uhr mein Hotelzimmer Richtung Start verließ, war es schon ganz angenehm warm. Wie sagte Papa Greif mal irgendwo: Wenn Du am Start nicht leicht fröstelst, dann wird es keine Bestzeit. Ich fröstelte so gar nicht.

Um definitiv nicht zu schnell zu laufen, hatte ich mir meine Pacetabelle mit den üblichen maximalen Pulswerten je 5km-Abschnitt gebastelt, nur hatte ich diesmal die maximalen Pulswerte jeweils um 2-3 Schläge nach unten korrigiert. Daran wollte ich mich halten, dann konnte nix schief gehen.

Um 10:00 Uhr wurden wir dann mit einem Böllerschuß auf die Reise geschickt. Ich brauche immer einige Zeit, um meinen Rhythmus zu finden und die ersten 5km sind bei einem Marathon bei mir immer die langsamsten. Diesmal fand sich aber erst einmal gar kein Rhythmus. Nachdem wir ein Schleife nördlich des Start-/Zielbereichs gedreht hatte, ging es nach ca. 2,5km über eine Brücke über den Main. Hier spielte eine Rockband ziemlich laut und verbreitete gute Stimmung. Danach wurde die Strecke etwas unübersichtlich und auch ziemlich hügelig. Im Bestreben meinen Puls unten zu halten, sanken meine km-Zeiten auf 5:45-5:50 min/km. Etwa bei km 5 oder 6 zog plötzlich eine größere Truppe an mir vorbei, angeführt von einem Pacer, auf dessen Ballon 3:59h stand. Langsam entschwand der Ballon meinem Blickfeld, mmhh, so ein Tag also.

Das ständige auf und ab, rechts und links war etwas nervig, die Kurven in der Innenstadt kaum zu zählen. Dafür war die Stimmung gut und es gab durch die hohen Häuser einigen Schatten. Nach 10km standen etwas enttäuschende 56min auf der Uhr. Danach waren die übelsten Hügel allerdings vorbei und ich fand endlich so etwas wie einen Rhythmus, der sich km-mäßig dann so zwischen 5:10 und 5:25 min einpendelte, je nachdem ob es mehr rauf oder runter ging. Dadurch schluckte ich ca. bei km 11 dann auch recht zügig den 3:59h Ballon, geht doch, alles wird gut.

Ab km 12 ging es dann recht ungewohnt mal fast 3km geradeaus am Main entlang. Hier konnte man es rollen lassen, bevor es wieder in die verschlungenen, dafür aber stimmungsvollen Strassen der Innenstadt ging. Kurz nach km19 dann die Weiche, rechts ging es zurück über den Main ins Halbmarathonziel, die Marathonis durften links weiterlaufen. Den zweiten 10km-Abshcnitt absolvierte ich in knapp 53min, also 3min schneller als die ersten 10km, das lief ganz gut. Nach ein paar ausgedehnten Kurven und Kehren war bei knapp 1:55h die HM-Matte überquert. Da ich die zweite Hälfte etwas schneller laufen wollte, würde es also wohl eine Zeit knapp unter 3:50h werden, nicht schlecht.

Zunächst ging es aber wieder über den Main, auf der gleichen Brücke wie schon bei km 2,5, immer noch legte sich die Band hier ins Zeug, jetzt allerdings für deutlich weniger Läufer. Dann ging es Richtung Süden, erst einmal fast direkt am Ziel vorbei, in das viele glückliche Halbmarathonis wohl gerade noch knapp unter 2h ins einliefen. Ab km 24 ging es dann knapp 6km recht flach und gerade Richtung Süden, meine km-Zeiten lagen fast uhrwerkmäßig bei 5:15min. Erst verlief der Weg recht schattig auf einem Fahrradweg, dann eher in der prallen Sonne auf der Strasse. Kurz vor km 30 (auch dieser 10km Abschnitt knapp unter 53min) war der Wendepunkt und parallel ging es zunächst einmal 2km zurück und dann über eine Mainbrücke wieder auf die andere Seite. Dort trafen wir dann wieder auf die Strecke, die wir ab km 12 schon gelaufen waren.

Mittlerweile war es jetzt gut warm. Mein Vorsprung auf eine 3:49:59 betrug nach Pacetabelle bei km 30 gute 2min, eine Bestzeit würde es nicht mehr werden, also entschloß ich mich, noch einen kleinen Gang herauszunehmen und mich nicht mehr anzustrengen, als für 3:49 eben nötig war. So konnte ich den letzten Zickzack-Lauf durch die Innenstadt, in der die Stimmung immer noch brodelte, sehr gut geniessen, bis auf eine kleine Schrecksekunde: Kurz nach km 38 bin ich an den rechten Verpflegungstisch gelaufen, weil der linke stark belagert war. Dann durfte ich feststellen, daß die Strecke vor mir rechts abbog und ich das 41km-Schild vor mir hatte. Als ich die Seite gewechselt hatte, war mir kein Absperrband aufgefallen, nun war eines links neben mir. Also kurz angehalten und schnell wieder unter dem Flatterband durch auf die linke Seite auf die letzte 3km-Runde, sonst wäre ich doch etwas fix gewesen.
Das 40km-Schild passierte ich mit knapp unter 55min für die letzten 10km und schon war dann wieder an der gleichen Stelle und konnte beruhigt rechts abbiegen. Unter großem Beifall dann der letzte Anstieg auf die alte Mainbrücke, dem Fotografen trotz des heftigen Kopfsteinpflasters ein Lächeln spendiert und dann zum Endspurt an unserem Hotel vorbei ins Ziel, das ich dann planmäßig in 3:49:09 erreichte (1. Hälfte 1:54:53, 2 Hälfte 1:54:15).

Nach der Medaillenübergabe gab es dann noch eine wirklich tolle Zielverpflegung. Neben den üblichen Getränken auch reichlich alkoholfreies Weißbier, ein sehr breites Angebot an frischem Obst (Äpfel, Birnen, Bananen, Wassermelonen. Honigmelonen, Weintrauben) und mehrer Sorten von sehr leckerem Vollwertkuchen.

Fazit zum Lauf:
Der Streckenplan ließ ja schon vermuten, daß es ein wenig kurvig wird. Schwindlig ist mit zwar nicht geworden, aber ich fand die Streckenführung schon etwas gekünstelt. Vor allem die ersten 10km fand ich auch ziemlich "hügelig". Die Stimmung in der Innenstadt war toll, da gab es auch viel Schatten. Immerhin ein großer Vorteil der Streckenführung. Beides galt nämlich für den Streckenabschnitt km 25-33 raus nach Heidingsfeld eher nicht.

Fazit zum Ergebnis:
Die sehr gute Form hat sich bestätigt. Trotz des für mich viel zu warmen Wetters und der doch schwierig zu laufenden Strecke hätte ich gestern bei „voller Pulle“ Bestzeit laufen können, bei flacher Strecke und kühlem Wetter hätte ich sie wohl pulverisieren können. Das gibt mir viel Selbstvertrauen für die nächsten Trainingswochen bis Biel.
Jetzt geht es am Donnerstag erst einmal zu einem verlängerten Wochenende nach Berlin, wo ich am Sonntag die 25km als Sightseeing-Tour mitlaufen werde, dann werden die km wieder hochgeschraubt, am 24.05. wird dann noch der Mannheim-Marathon gejoggt und dann ist es auch bald so weit.
miatara ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2008, 16:17   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #2
robbie
Super-Moderator
 
Benutzerbild von robbie
 
Registriert seit: 29.01.2008
Beiträge: 1.844
Standard

Noch ein Marathonteilnehmer letztes Wochenende ! Ich glaub, ich mach dieses WE auch nen langen Lauf, sonst kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Hoert sich doch alles wunderbar an, wuensche viel Spass inner Vorbereitung und fuer die Zeit. Eine Frage: Planst du im Rahmen der Vorbereitung auch noch laengere Laeufe als 42,195km ? 100km ist ja immerhin mehr als das doppelte.
robbie ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2008, 20:00   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #3
Fritz Brause
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Fritz Brause
 
Registriert seit: 12.02.2008
Beiträge: 147
Standard Glückwunsch

Ich bin beeindruckt von deiner Disziplin. Ich freue mich deinen Weg nach Biel weiter zu verfolgen.
Ich hab da die gleiche Frage wie Robby: Wie lang planst Du deinen längsten Trainingslauf und wie schaffst Du es so viel Zeit zu investieren?

42195 Grüße
Fritz
Fritz Brause ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2008, 22:13   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #4
thomas
Super-Moderator
 
Benutzerbild von thomas
 
Registriert seit: 19.09.2004
Ort: Kassel
Beiträge: 3.413
Standard

Prima Bericht. Danke. Und Glückwunsch zu dem"lockeren" Lauf.
thomas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2008, 22:25   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #5
Woody23
6 facher Marathoni
 
Benutzerbild von Woody23
 
Registriert seit: 25.03.2008
Ort: RLP, an der Nahe
Beiträge: 1.132
Standard

wow, alles ganz locker und easy, Hut ab!!

wieviel Marathons bist du schon gelaufen?
Woody23 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2008, 07:58   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #6
Beate
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.09.2007
Beiträge: 507
Standard

Glückwunsch auch von mir.
Du hast echt die Ruhe weg, davon muss man sich ein Stück abschneiden.
Wohl nicht nur beim Laufen.
Beate ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2008, 09:23   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #7
miatara
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von miatara
 
Registriert seit: 07.10.2004
Beiträge: 511
Standard

Hallo,

vielen Dank für die Glückwünsche.

Zitat:
Zitat von 'robbie',index.php?page=Thread&postID=18535#post18 535
Eine Frage: Planst du im Rahmen der Vorbereitung auch noch laengere Laeufe als 42,195km
Nein, nach "einschlägiger" oftmals in der Praxis erprobter Trainingserfahrung ist das nicht unbedingt notwendig. Die Regeneration z.B. nach einem 60km-Lauf würde einfach zu lange dauern und das Training zu sehr einschränken. Sehr erfahrene Ultraläufer können dies wohl wegstecken. Letztes Jahr bin ich mit ein paar von den Jungs Sonntags den Windhagen-Marathon gelaufen, am Vortag (!) hatten sie schon die 73km auf dem Rennsteig abgerissen.
Ich behelfe mir mit langen Läufen bis 42km und sogenannten Doppeldeckern, d.h. ich laufe abends einen Langen Lauf >30km und am nächstens Morgen dann noch einen, so daß ich innerhalb von 18 Stunden auf 60km komme.

Zitat:
Zitat von 'robbie',index.php?page=Thread&postID=18535#post18 535
100km ist ja immerhin mehr als das doppelte.
Echt jetzt? Mach´ mir keine Angst.

Zitat:
Zitat von 'Woody23',index.php?page=Thread&postID=18546#post1 8546
wieviel Marathons bist du schon gelaufen?
Vorgestern war Nr. 17 seit Juli 2004

Zitat:
Zitat von 'Fritz Brause',index.php?page=Thread&postID=18540#post185 40
Wie lang planst Du deinen längsten Trainingslauf und wie schaffst Du es so viel Zeit zu investieren?
Teil 1 siehe oben, Teil 2: Ich habe eine sehr tolerante Frau, die genau wie ich viel arbeitet, keine Kinder und eine Putzfrau.
miatara ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2008, 10:18   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #8
Znegva
Super-Moderator
 
Benutzerbild von Znegva
 
Registriert seit: 07.11.2007
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 2.409
Standard

AHA!!! Ich schaff mir dann auch eine Putzfrau an.
Znegva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2008, 12:16   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #9
Andi
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Benutzerbild von Andi
 
Registriert seit: 08.01.2008
Ort: 4950 Altheim Österreich
Beiträge: 788
Standard

Achso! Die Putzfrau ist also der Schlüssel zum Erfolg!

Und ich dachte immer für 100km muss man viel trainieren!

Gratulation zum Marathon!

Gruß Andi
Andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2008, 12:49   Kurzbericht zum Würzburg Marathon Beitrag #10
miatara
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von miatara
 
Registriert seit: 07.10.2004
Beiträge: 511
Standard

Hallo Ihr Witzbolde,

ja, ohne meine Putzfrau hätte ich wohl nicht einmal die Zeit, für einen 10km-Lauf zu trainieren.
Hier ist übrigens ein Foto aus der Mainpost, aufgenommen auf der letzten Brücke, ca. km 41,5

miatara ist offline   Mit Zitat antworten
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